Teil 2 Chronologie von 1986 bis in die Gegenwart
© Manfred Kraus
1986/87 Rotgelbes Eishockeyfieber mit dem absoluten Kaufbeurer Zuschauerrekord von durchschnittlich 5260 Besuchern pro Partie. In zwanzig Heimspielen kommen 105.200 Zuschauer. Wer seinen Stammplatz möchte, muss zweieinhalb Stunden vor Beginn da sein. Nach dem Spiel wartet die Halle, bis die Mannschaft vom Duschen kommt, um sie zu feiern. Kaufbeuren wird zur Pilgerstätte für Eishockeyfreunde aus ganz Süddeutschland. Der tschechoslowakische Weltklassespieler Pavel Richter avanciert im Duett mit seinem kongenialen Landsmann Karel Holy zum Topscorer der Bundesliga. Das Kaufbeurer Publikum wird mit der Auszeichnung „Goldener Puck“ als das beste Deutschlands geehrt. Eine berauschende Saison endet für Dr. Richard Pergls Team und seinen Anhang etwas abrupt im Viertelfinale gegen den MERC.
November 1986 Fünfzehnter Spieltag. Der Tabellenzweite Mannheimer ERC kreuzt an der Wertach beim Spitzenreiter der Bundesliga auf. Fünfzehntausend Kartenanfragen liegen dem ESVK vor. Die Halle ist proppenvoll. Vielleicht siebentausend. Vielleicht achttausend. So genau weiß das keiner. Überall drängen sich die Menschen. Manche klettern hinter die Reklametafeln. Draußen harren fünfzehnhundert Fans das ganze Spiel über vor den verschlossenen Toren, um zumindest akustisch dabei zu sein beim Teufelsritt am Berliner Platz. Die Stimmung ist euphorisch, mitreißend, verrückt. Ein Meer von Sternwerfern erleuchtet die erwartungsfrohe Halle. Die Rotgelben spielen sich in einen Rausch. Sie bewachen den Kasten von Gerhard Hegen wie eine Festung und rollen vorne wie eine Lawine über den MERC. 5:2. Bombastische Atmosphäre. Der Berliner Platz inszeniert sich selbst. Gänsehaut. Ein ganzes Jahr.
März 1987 Mit Manfred Schuster, Dieter Medicus und dem vor Jahresfrist zum Kölner EC abgewanderten Didi Hegen gelingt der deutschen Nationalmannschaft in Kaufbeuren der historische erste Sieg gegen die Sowjetunion (5:2).
1987/88 Ein veritabler Bundesligafehlstart dämpft die Euphorie, die Begeisterung aber bleibt groß. 4200 Zuschauer besuchen im Schnitt die Spiele des Doppelrundensechsten und Viertelfinalisten, der mit seiner „Kaufbeurer Stadtmauer“ zwei Olympiateilnehmer nach Calgary schickt und stolz auf seine überragende deutsche Juniorenmeistermannschaft ist (25:3 Punkte in der Endrunde).
1988/89 Der ESVK fällt aus allen Wolken und stürzt nach einer missratenen Saison völlig überraschend aus der Bundesliga.
1989/90 Als Dritter der Zweiten Bundesliga Süd marschiert der ESVK in die Relegation gegen neun Mitbewerber um zwei freie Plätze im Oberhaus. Am achtzehnten und letzten Spieltag führen die Allgäuer in einer unvergesslichen Partie gegen den direkten Konkurrenten EHC Freiburg bereits mit 4:1, ehe vier Freiburger Tore den vollgestopften Berliner Platz vom Himmel in die Hölle des undankbaren dritten Platzes stürzen. Der 8. April 1990 gräbt sich als „Schwarzer Freiburgtag“ tief ins rotgelbe Bewusstsein ein.
März 1990 Trauer um Sepp Pflügl. Der langjährige Vorstand und erfolgreiche Macher beim ESVK verstirbt als Beifahrer bei einem tragischen Autounfall auf der Fahrt zur B-Weltmeisterschaft der Junioren in Bad Tölz.
1990/91 Riesige Erleichterung und Freude – der ESVK sichert sich in einer beinharten Relegation aus zehn Vereinen die fünfte deutsche Zweitligameisterschaft seiner Vereinsgeschichte und kehrt nach zwei Jahren in die Bundesliga zurück. Wirbelwind Paul Geddes verbucht 103 Scorerpunkte. Die von Manfred Hubner trainierten Junioren um Stefan Ustorf krönen die Saison in einer dramatischen Play-off-Endspielserie gegen die vom gebürtigen Kaufbeurer Walter Köberle gecoachte Düsseldorfer EG mit dem vierten deutschen Meistertitel.
1991/92 Ein neuer Stern geht am Kaufbeurer Eishockeyhimmel auf – der siebzehnjährige Stefan Ustorf trumpft mit Ladislav Lubina, dem „Blitz aus Pardubitz“, in der Bundesliga auf, glänzt bei der WM und der EM der Junioren sowie bei der WM der Senioren. Er wird schließlich achtzehnjährig vielbeachteter Vierter bei der Wahl zum Eishockeyspieler des Jahres 1992, die der zur Düsseldorfer EG gewechselte Kaufbeurer Didi Hegen gewinnt.
Oktober 1992 Die Düsseldorfer EG kommt mit breiter Brust nach Kaufbeuren. Sie ist mit Nationalspielern gespickt und auf dem Weg zu ihrem vierten deutschen Meistertitel in Folge. Hat einen sagenhaften Auftakt mit 28:0 Punkten im Gepäck. Und den Nimbus der Unbesiegbarkeit, vereinen die Rheinländer saisonübergreifend doch sage und schreibe siebenundzwanzig Siegen am Stück auf sich. Um dann im furiosen Orkan einer von Pit Ustorf trainierten Kaufbeurer Teams, das mit der Urgewalt seiner mannschaftlichen Geschlossenheit über den haushohen Favoriten hinwegbraust, mit 2:6 unterzugehen. Der Berliner Platz bebt.
Jahreswechsel 1991/92 Kaufbeuren und Füssen erleben bei der Junioren-Weltmeisterschaft großen Sport mit Spielern wie dem Russen Alexej Kowaljow, dem Kanadier Eric Lindros und den Schweden Peter Forsberg und Michael Nylander. Am Stephanstag hört die UdSSR offiziell auf zu existieren, sodass das Siegerteam als Sowjetunion anreist und als Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) die Goldmedaille in Empfang nimmt.
1994 Stefan Ustorf wird von den Washington Capitals an dreiundfünfzigster Stelle gedraftet und wechselt vom ESVK in die amerikanische Hauptstadt. Er wird zum ersten Kaufbeurer in der NHL.
1994 Nach drei schwungvollen Bundesligajahren, in denen der ESVK 1993 und 1994 ins Viertelfinale der deutschen Meisterschaft einzieht, wird die Kaufbeurer Adler GmbH Gründungsmitglied der Deutschen Eishockey Liga (DEL), deren Entstehen wesentlich auch der Kaufbeurer Ulf Jäkel, seit 1992 Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) und zuvor Vorstand des ESVK, mitinitiiert.
Mitte der Neunziger Der ESVK verbringt eher durchwachsene Jahre im unteren Mittelfeld der DEL, während denen renommierte Akteure wie der Tscheche Drahomir Kadlec, der Slowake Oto Hascak oder der kanadische Stanley-Cup-Sieger Frank Pietrangelo im Team der Adler stehen. Den Vorstand hat seit 1995 Bernhard Pohl inne.
1996 In Wien erringt mit Drahomir Kadlec erstmals ein in Kaufbeuren unter Vertrag stehender Spieler den Weltmeistertitel. Er gesellt sich dadurch zum illustren Kreis der für den ESVK auflaufenden tschechischen Weltmeister Vladimir Martinec, Bohuslav Stastny, Jan Suchy, Jozef Palecek, Pavel Richter und Frantisek Cernik, dem sich ein Jahr später auch noch der Russe Sergej Schendelew anschließen wird.
1996/97 Fünf italienische Nationalspieler um Stefano Figliuzzi und Maurizio Mansi sorgen am Berliner Platz für frischen Schwung und bleibende Erinnerungen an heiße Eishockeyabende. In der Abstiegsrunde vermeidet eine mitreißende Serie gegen die Frankfurt Lions mit 2:3, 6:3, 3:4, 6:3, 5:2, 4:1 den seinerzeit möglichen Abstieg aus der DEL.
1997 Der weit über das Bosman-Urteil (1995) hinausgehende völlige Wegfall jeglicher Kontingentierung in der Deutschen Eishockey Liga gilt als befremdlicher Dammbruch, der das Gesicht des deutschen Spitzeneishockeys radikal verändert und mit einer Schwemme von Importspielern deutliche Spuren auch in Kaufbeuren hinterlässt.
Dezember 1997 Absturz der in finanzielle Schieflage geratenen Adler und Rückzug aus der DEL nach fünfzehn Spielen.
1998 Neuaufbau in der Viertklassigkeit.
Kaufbeurer All-Star-Team des 20. Jahrhunderts 1 Erich Weishaupt – 3 Manfred Schuster, 4 Dieter Medicus – 13 Vladimir Martinec, 11 Dieter Hegen, 17 Bohuslav Stastny – Trainer Florian Strida.
Deutsches All-Star-Team des 20. Jahrhunderts Der Kaufbeurer Dieter Hegen (290 Länderspiele, fünf Olympische Spiele, dreizehn Weltmeisterschaften, Mitglied in der IIHF Hall of Fame) wird zum besten deutschen Linksaußen des 20. Jahrhunderts gekürt und neben Karl Friesen, Uwe Krupp, Udo Kießling, Alois Schloder und Erich Kühnhackl ins deutsche All-Star-Team berufen.
1999/2000 Mit einem ersten Platz vor den Geretsried Riverrats und der EA Kempten in der Hauptrunde sowie einem ersten Rang vor dem EHC Bad Aibling und den ERC Haßfurt Sharks in der Qualifikationsrunde erringt der ESVK die Meisterschaft der Regionalliga Süd und steigt somit in die Oberliga Süd auf.
2001/02 Mit Rang zwei hinter dem EV Landshut marschiert der ESVK bis ins Play-off-Finale der drittklassigen Oberliga. Als Vizemeisterschaft hinter den Niederbayern kehrt der Traditionsverein aus dem Allgäu erstmals seit dem Exitus der Adler wieder in die Zweite Bundesliga zurück.
2002 bis 2007 Wiederholt hält der ESVK über Play-downs oder Abstiegsrunde die zweithöchste Klasse, ehe in der denkwürdigen Best-of-seven-Serie des Jahres 2007, die über die volle Distanz geht, das Aus gegen die Eispiraten Crimmitschau den Abstieg in die Oberliga besiegelt. Während eines mehrmonatigen Lockouts in der National Hockey League (NHL), der schließlich sogar mit dem Saisonabbruch der berühmten nordamerikanischen Liga endet, holt der ESV Kaufbeuren im Januar 2005 Alex Henry vorübergehend in die Zweite Bundesliga.
2007 Eishockeyfamilien prägen das Bild des ESV Kaufbeuren über all die Jahrzehnte. Sie zeugen von der tiefen Verwurzelung des Vereins in der Stadt, die einen wesentlichen Teil ihrer Identität aus dem Eishockeysport zieht. Väter, Söhne, Brüder, Cousins, Onkel, auch Schwestern jagen dem Puck nach. Eine besondere Geschichte aber schreiben die Familien Ustorf und Sulzer. Die Väter Pit und Hubi standen in der famosen 1971er Meistermannschaft der Junioren, die Söhne Stefan und Alex wechseln nach Nordamerika und schaffen den Sprung in die National Hockey League.
2008/09 Oberligameisterschaft nach begeisternden Play-off-Serien gegen den Hauptrundenzweiten Starbulls Rosenheim im Halbfinale (4:2, 5:0, 2:4, 5:3) und den Tabellenersten EC Peiting im Finale (3:2 n.V., 4:1, 3:4, 4:2). Aufstieg in die Zweite Bundesliga und dauerhafte Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse. Pferdelunge Rob McFeeters bildet mit Jordan Webb das großartige Duo McWebb. Im entscheidenden Match der Finalserie, dem siebzigsten Meisterschaftsspiel der Saison, verwandelt Jordan Webb vor ausverkauftem Haus (4600 Zuschauer) genial einen Penalty gegen Peitings Stefan Vajs zum Endstand. Der Berliner Platz hält den Atem an.
November 2010 Der Tod seines Juniorenspielers Markus Wächter erschüttert den Eissportverein Kaufbeuren. Der junge Sonthofner bricht beim Spiel gegen den Augsburger EV zusammen und verstirbt. Eine nicht bekannte Herzvorerkrankung erklärt das Unglück, nicht aber den Sinn.
September 2011 Bestürzung in Kaufbeuren und ganz Eishockeydeutschland. Nationalspieler Robert Dietrich, der sämtliche Nachwuchsabteilungen des ESVK durchlaufen hat, stirbt fünfundzwanzigjährig bei einem tragischen Flugzeugabsturz in Russland, wo er mit seinem Team Lokomotive Jaroslawl zum Spiel der Kontinental Hockey League (KHL) beim HK Dinamo Minsk anreist. Vierundvierzig Menschen finden den Tod.
Dezember 2012 Die Sperrung der vereinseigenen Eishalle am Berliner Platz nach der Feststellung baustatischer Mängel in einer Routineuntersuchung erschüttert den Eissportverein Kaufbeuren in seinen Grundfesten. Der anfängliche Schock verwandelt sich in einen handfesten Überlebenskampf. Der ESVK steht am Abgrund. Sein Schicksal hängt nur noch am seidenen Faden. Doch er zerbricht nicht. Er schafft das schier Unmögliche. Rappelt sich auf. Und zeigt einmal mehr, welch tiefe innere Kraft in ihm steckt.
2013 Der ESV Kaufbeuren wird Gründungsmitglied der DEL2.
Bis Oktober 2013 Historische Leistung der zehnmonatigen Auswärts-daheim-Tour eines kompletten Eissportvereins, der seine Heimat verliert. Umziehen muss. Mit Sack und Pack. Alle Mannschaften. Training für Training. Spiel für Spiel. Zehn lange Monate. Eine Zeit, die ans Eingemachte geht. Ein Kraftakt. Ein Härtetest, an dessen Bestehen zahlreiche Menschen ihren Anteil besitzen. Die Vorstandschaft um Andreas Settele, Karl-Heinz Kielhorn und Kurt Dollhofer. Ihre rechten Hände um Birgit Hampel und Petra Endler. Viele ungenannte Rotgelbe. Und auch die Nachbarn. Garmisch-Partenkirchen, Memmingen, Kempten und Landsberg springen als Spielstätten für die erste Mannschaft ein, aber auch Buchloe, Türkheim, Bad Wörishofen, Füssen und Augsburg kommen dem Kaufbeurer Eishockey weit entgegen.
Oktober 2013 Aufhebung der Stadionsperrung und hochemotionale Rückkehr an den Berliner Platz mit einem DEL2-Heimspiel gegen die Dresdner Eislöwen (2:0). Nach zehn Monaten ist der ESVK wieder daheim, allerdings gewährt die anderthalb Millionen Euro teure Teilsanierung nur noch eine Stadionnutzung bis zum 30. Juni 2017. Die Zuschauerkapazität wird auf 2600 Plätze beschränkt. Teile der Tribünen bleiben gesperrt.
Januar 2015 Ein bemerkenswerter Kampf der gesamten ESVK-Familie überwindet den Widerstand von Stadiongegnern und mündet in den positiven Ausgang des Bürgerentscheids zum Neubau einer profitauglichen Eishalle. Gut sechzig Prozent der Bürgerinnen und Bürger geben ihre Zustimmung. Ein Erfolg, der viele Väter und Mütter hat. Nicht zuletzt auch die sich kräftig engagierenden Anhänger.
März 2015 Einberufung einer Außerordentliche Mitgliederversammlung, auf der die Gründung der ESVK Spielbetriebs GmbH und die damit verbundene Ausgliederung der Profimannschaft aus dem Stammverein beschlossen wird. Gesellschafter sind Karl-Heinz Kielhorn, Werner Höbel, Thomas Hübner und Thomas Petrich. Michael Kreitl wird Geschäftsführer. Eine enge Verbundenheit der Spielbetriebsgesellschaft mit dem Stammverein wird durch einen Kooperationsvertrag besiegelt.
April 2015 Einhundertsiebenminutenmarathonmatch am Berliner Platz. Die betagte Stadionuhr zeigt 23.46 Uhr. Sechstes Drittel. Einhundertsieben Minuten und sieben Sekunden sind gespielt. Dramatik pur. Da trifft Tim Richter. Er entscheidet die Partie gegen die Heilbronner Falken zugunsten des ESVK. Erlöst das Team, die Fans, den Verein. Sein 5:4 nimmt in einer historischen Eishockeynacht Einfluss auf die Vereinsgeschichte. Die Serie steht wieder pari. Das Blatt aber wendet sich. Der Treffer setzt neue Kräfte frei. Auch die beiden folgenden Aufeinandertreffen gehen an den ESVK, der die Klasse hält im beinahe schon traditionellen Ringen um den Klassenerhalt mit den Falken. Die Mission Ligaverbleib gipfelt im Schicksalsjahr 2015 in einem epischen Spiel für die Geschichtsbücher. Das längste in all den Jahren seit sechsundvierzig.
2016/17 Torhüter Stefan Vajs wird zum Spieler des Jahres der DEL2 gekürt.
April 2017 Eishockeyfieber wie in alten Zeiten. Sämtliche Play-off-Spiele sind ausverkauft. Zumeist binnen zwei Stunden. Nach einer bärenstarken DEL2-Saison schaltet der ESVK die Dresdner Eislöwen im Viertelfinale aus. Mit dem zweiten Heimspiel des Halbfinales gegen die Bietigheim Steelers (1:2 nach Verlängerung) nehmen die Kaufbeurer Eishockeyfreunde Abschied von ihrem geliebten Berliner Platz.
September 2017 Nach Verzögerungen am benachbarten Neubau steigt das endgültig letzte Spiel der ersten Mannschaft in der altehrwürdigen Eishalle am Berliner Platz mit der Partie gegen die Tölzer Löwen (5:3). Christoph Kiefersauer erzielt den historischen letzten Treffer.
bis 8. Oktober 2017 Großes Einweihungswochenende der vierundzwanzig Millionen Euro teuren erdgas schwaben arena an der Bahnhofstraße 11 (3100 bis 3500 Plätze) unter der Schirmherrschaft von DEB-Präsident Franz Reindl. Als Stadion Opening beeindruckt am Samstag eine Eisrevue mit Eiskunstläufern der Weltklasse. Beim DEL2-Spiel ESV Kaufbeuren gegen die Wölfe vom EHC Freiburg (1:0) am Sonntag, 8. Oktober 2017, wird Christoph Kiefersauer Schütze des Premierentores.
Olympische Winterspiele 2018 Mit dem Mindelheimer Patrick Reimer erringt in Pyeongchang ein Spieler, der in Bad Wörishofen und Kaufbeuren das Eishockeyspielen gelernt hat, mit der Nationalmannschaft die olympische Silbermedaille.
2017/18 Der Tabellenvierte ESVK zieht nach einer sicher gewonnenen Viertelfinalserie gegen den EC Bad Nauheim ins Halbfinale der DEL2 ein.
Oktober 2018 Der Finne Sami Blomqvist begeistert im Hauptrundenspiel der DEL2 gegen den Deggendorfer SC (9:2) mit sieben Treffern.
2018/19 Zum dritten Mal in Folge stürmt der Hauptrundenvierte aus dem Allgäu nach einer dramatischen Viertelfinalserie gegen die Lausitzer Füchse ins Halbfinale der DEL2. Trainer Andi Brockmann prägt eine Ära.
Februar 2020 Trauer um Fritz Sturm (90) – mit ihm verstirbt das letzte noch lebende Gründungsmitglied des Eissportvereins Kaufbeuren, nachdem Luggi Schuster (94) bereits am 25. Mai 2019 von uns gegangen ist.
März 2020 In den Pre-Play-Offs schlägt der ESVK die Bietigheim Steelers vor ausverkauftem Haus mit 3:2 und zieht mit zwei Siegen ins Viertelfinale der DEL2 ein. Wegen der sich ausbreitenden Infektionskrankheit Covid-19 wird die Saison zwei Tage später abgebrochen. Es gibt weder einen Meister noch einen Absteiger.
November 2020 Aufgrund der grassierenden Corona-Pandemie wird der Beginn der DEL2-Meisterschaft mehrmals verschoben. Die am 6. November beginnende Saison ist geprägt von massiven behördlichen Beschränkungen und Geisterspielen ohne Zuschauer. Der ESVK erringt den sechsten Platz und scheitert im Viertelfinale knapp am EHC Freiburg.
2020 Zwischen September und Dezember wird die zum Kult gewordene Eishalle am Berliner Platz abgerissen. Mit ihr geht ein Sehnsuchtsort für die Eishockeyseele.
2022 Weltmeisterschaft der U18 in Landshut und Kaufbeuren, das in der erdgas schwaben arena das Duell des hochtalentierten Finnen Joakim Kemell mit dem kanadischen Hoffnungsträger Connor Bedard erlebt.
Oktober 2022 Umbenennung der Kaufbeurer Eishalle in energie schwaben arena. Deren mitreißende Atmosphäre und die stimmgewaltigen Gesänge der Fankurve werden längst ligaweit als herausragend wahrgenommen. Das Kaufbeurer Publikum gilt seit jeher als treu, begeisterungsfähig und leidensfähig. Es steht unabdingbar hinter seiner Mannschaft.
Januar 2023 Die reisefreudigen Fans des ESV Kaufbeuren unterstützen auf Auswärtsfahrten ihre Farben im ganzen Land. Zudem leisten die Ultras und Fanclubs bei der tatkräftigen Organisation von Sonderzügen und Buskonvois ganze Arbeit. Wie an Dreikönig 2023, als zwölfhundert lautstarke rotgelbe Sympathisanten die ausverkaufte Regensburger Donauarena in Besitz nehmen. Nach John Lammers 3:2-Siegtreffer in der Verlängerung gibt es kein Halten mehr.
2023/24 Der Hauptrundenfünfte ESV Kaufbeuren bringt eine hochdramatische und über die volle Distanz gehende Viertelfinalserie gegen den EV Landshut hauchdünn ins Ziel und macht den neuerlichen Einzug ins Halbfinale der DEL2 klar.
Januar 2026 Achtzigjähriges Vereinsjubiläum.
© Zusammenstellung Manfred Kraus, Apfeltrach
Die vorliegende Chronologie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ist ein von persönlichen Schwerpunktsetzungen geprägter Rückblick, bei dem über die Zahlen und Fakten hinaus auch die Rahmenbedingungen für den Werdegang des Eissportvereins Kaufbeuren angedeutet werden sollen.
Das Foto von Harald Langer entstand am 7. April 2017 nach dem Play-off-Halbfinalspiel gegen die Bietigheim Steelers (1:2 nach Verlängerung), der vermeintlich letzten Partie der ersten Mannschaft in der Halle am Berliner Platz.
Ein Stück Berliner Platz

